Christel Luise Irlich

Geborene als Christel Luise Kreishöfer am 09.05.1924 in Mülheim-Ruhr und am 13.11.2011 im Alter von 87 Jahren verstorben. Zu ihr ließ sich keine eigene Meldekarte finden.

Adolf Irlich und Christel Kreishöfer heirateten am 26.08.1953 in Ratingen.

Christel Irlich mochte Hunde – sie besaß Königspudel – und noch mehr mochten sie und ihr Mann Kinder. Es war ihnen jedoch nicht vergönnt, eigene Kinder zu bekommen. Umso wichtiger war es Christel Irlich, dass sie etwas hinterlassen wollte. Etwas, mit dem für Kinder Gutes getan wird. Stiftungsvorstand Rechtsanwalt Andreas Skrobek erinnert sich noch genau, wie er in damals in ihrer Wohnung gemeinsam mit Christel Irlich am Küchentisch saß. „Was gibt es Schöneres als in die leuchtenden Augen eines Kindes zu sehen, wenn diesem Kind ein Wunsch erfüllt wird.“ Und dafür sorgte Andreas Skrobek als Rechtsberater und Testamentsvollstrecker dann auch. Zwar verstarb Christel Irlich bereits 2011, doch so sollte es bis Dezember 2016 dauern, bis die „Irlich Stiftung zur Förderung des Kindeswohls“ ihre Stiftungsurkunde bekam. Es gab einiges an Unklarheiten zu beseitigen.

So erinnert sich Rudolf Schulz – ein ehemaliger Mieter und Vertrauter – an Christel Irlich:

Meine Frau und ich hatten einen engen und angenehmen nachbarschaftlichen Kontakt zu Herrn und Frau Irlich. Ich bin Jahrgang 1950 und obwohl die beiden gut 25 Jahre älter waren, verstanden wir uns gut. Wir hatten alle gemeinsam eine Vorliebe für Königspudel als Begleiter und halfen uns wechselseitig beim Hunde-Sitting aus.

Das Ehepaar Irlich war sehr kinderlieb und hat früher das ein- oder andere Mal auf unsere Kinder aufgepasst. Und Kinder, die ihr Erspartes für Spielwaren einsetzen, bekamen bei Irlichs immer Rabatt.

In ihrer knappen Freizeit sind Irlichs gerne nach Holland gefahren, um sich dort zuerst die Schaufenster anzuschauen (Marktforschung sozusagen) und dann ein Kaffeetrinken anzuschließen.

Das Verhältnis zu ihren Angestellten war immer gut. Und viele Jahre wurden in Ratingen Karnevalsfeiern mit der ganzen Belegschaft ausgerichtet.

In Keller und Wohnung von Frau Irlich befanden sich nach der Geschäftsschließung noch viele Spielsachen. Es war angedacht, dass ich die für sie über Ebay verkaufe. Dazu ist es dann leider nicht mehr gekommen.

Einmal bat Frau Irlich mich, sie nach Wiesbaden zu fahren, weil sie sich in einer Klinik einem operativen Eingriff unterziehen musste. Das habe ich gerne gemacht. Für die Dauer meines Aufenthaltes hat sie mich im besten Hotel am Platz untergebracht, ja so war sie.

Nach dem Tod ihres Mannes waren meine Frau und ich für Frau Irlich wichtige Bezugspersonen. Ich kannte mich gut in der Wohnung aus, hatte sogar einen Generalschlüssel. Und wenn es Probleme mit Mietern gab, sprach sie mich an. So habe ich einmal für sie einen nicht leergeräumten Keller entrümpelt.

Leider durfte ich zu ihrem Lebensende Frau Irlich nicht mehr kontaktieren. Das war schade. Das Grab von Irlich sehe ich fast jede Woche, weil die Grabstätte meiner Schwiegereltern in unmittelbarer Nähe liegt.

Diese liebevollen Erinnerungen stammen von Rudolf Schulz, der gemeinsam mit seiner Frau Brigitte noch immer in der Speestraße ein Modegeschäft betreibt.

Anmerkung: Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ruhestätte der Familie Irlich auf dem kath. Friedhof Ratingen zu pflegen.